Klimaprotest in Hamm und ein Weltrekord
Demonstrierende bilden weltgrößtes bewegliches Windrad

Unter dem Motto „Zukunft statt Gas – Energiewende verteidigen“ haben 5.000 Menschen in Hamm demonstriert. 2.000 von ihnen haben zudem vor der Kulisse des Gaskraftwerks Gersteinwerk (RWE) mit einem Menschenbild ein bewegliches Windrad geformt und damit einen neuen Weltrekord aufgestellt. Die Initiatoren der Protestaktionen, Greenpeace, Campact, Fridays for Future und BUND, fordern einen sofortigen Kurswechsel in der aktuellen Energiepolitik, weg von fossilem Gas und hin zu einer konsequenten, sozial gerechten Energiewende.

Die Organisatoren erklären: “Tausende Menschen sind heute in Hamm zusammengekommen, um gemeinsam ein starkes, kreatives und friedliches Zeichen für eine gerechte Energiewende zu setzen. Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien, nicht neuen fossilen Abhängigkeiten. Die Protestaktionen heute haben gezeigt, wie bunt und entschlossen die Klimabewegung ist. Wir wollen Zukunft statt Gas – und stellen uns mit vereinten Kräften dem klimapolitischen Rollback der Bundesregierung entgegen.”

Gegen fossile Pläne der Bundesregierung

Anlass der Proteste sind die Pläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), in ganz Deutschland in großem Umfang neue Gaskraftwerke zu bauen. Nach Ansicht des Bündnisses setzt Ministerin Reiche damit falsche energiepolitische Prioritäten: Statt den Ausbau erneuerbarer Energien entschlossen voranzutreiben, würden zentrale Fortschritte der Energiewende ausgebremst und Milliardenbeträge in klimaschädliche fossile Infrastruktur investiert.

Die Bündnis-Demonstration ist eine von vielen Protestaktionen im Raum Hamm, zu denen unterschiedliche Organisationen und Gruppen der Klimabewegung aufgerufen haben. Im Lippepark in Hamm fand seit dem 27. Juni ein ehrenamtlich organisiertes Klimacamp mit einem breiten Informations- und Mitmachangebot statt.

Quellenangabe: Greenpeace Presseportal

Fran Leitner, Pressesprecher von Ende Gelände:

„Gas ist ein Klimakiller! Es ist tödlich für Mensch und Umwelt. Durch Fracking ist Gas viel klimaschädlicher als Kohle. Aber weil die fossilen Konzerne mit Wind und Sonne, die uns kostenlos zur Verfügung stehen, keine Profite einstreichen können, setzen sie weiter voll auf Gasausbau. Die Merz-Regierung und Lobbyministerin Reiche lassen sich von ihnen die dafür passenden Gesetze diktieren. Deswegen sind wir mit weit über tausend Aktivist*innen auf den Straßen und vor den Werkstoren. Wir haben bereits den Kohleausstieg erkämpft, jetzt nehmen wir den Gasausstieg in die Hand.“

Wir vom Laakenhof und Mitglieder vom Klimabündnis Kreis Warendorf haben an der Demo teilgenommen und das bewegliche Windrad mit geformt.

Bilder von Joe Derschka – Windrad Foto von Greenpeace