Rückblick auf Aktivitäten im Jahr 2025

Jetzt sind die Laakenhof Kommunard*innen schon seit fünf Jahren auf dem „neuen“ Hof in Enniger! Auf dem Betrieb hat sich mittlerweile Routine eingestellt und die Hofgemeinschaft ist erfreulicherweise auf acht Mitglieder angewachsen. Wir freuen uns, dass dank eurer Unterstützung hier ein Ort entstanden ist, wo vielfältiger Austausch und gemeinsame politische und ökologische Aktivitäten stattfinden. Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, sich zu vernetzen und gemeinsam positive Projekte voranzubringen.

Aktivitäten auf dem Laakenhof und vom Verein „anders ackern e.V.“ im Jahr 2025

Bildungsarbeit, Natur- und Klimaschutzmaßnahmen, sowie einige politische Themen standen in 2025 im Fokus unseres Engagements.

Die VHS-Bürger*innenwerkstatt, das Klimabündnis Kreis WAF, das Klimaschutzmanagement der Stadt Ennigerloh und der Verein anders ackern e.V. haben gemeinsam eine Fahrt zur Klimakommune Saerbeck organisiert. Das gut 7.000 Einwohner zählende Städtchen Saerbeck, ca. 30 Kilometer nördlich von Münster gelegen, ist Vorreiter der lokalen Energiewende, Nachhaltigkeit und Klimaschutz bestimmen das Leitbild.

Bereits zum 18. Mal organisiert die Kolpingsfamilie Westkirchen die beliebten Ferienspieltage. Den Auftakt machte in diesem Jahr ein, vom Verein „anders ackern e.V.“ organisierter Besuch auf dem Laakenhof in Enniger. Nach einem Rundgang durch den Permakultur Waldgarten stellte Natascha erst einmal den Biohof vor. Dabei erfuhren die Kinder unter anderem, dass auf dem Laakenhof rund 40 verschiedene Gemüsesorten angebaut werden. Eine von diesen vielen Gemüsesorten, und zwar Zwiebeln, konnten die Kids zusammen mit Bio-Landwirt Tom ernten und zum Trocknen in Kisten aufreihen. In der Seminarküche des Vereins anders ackern e.V. haben die Kinder dann mit hofeigenen Zutaten Pfannkuchen gebacken, dazu gab es frisch geschnittenes Gemüse und ein Kräuterdip. Nach dem gemeinsamen Essen stand ein weiteres Highlight auf dem Programm: das Melken. Bio-Landwirtin Kim holte gemeinsam mit den Kids die Kühe und Kälbchen von der Weide.

Im Interkulturellen Garten in Neubeckum wächst mehr als nur Gemüse, hier entstehen Freundschaften, Austausch und Verständnis. Beim Tag der offenen Tür, der im Rahmen der interkulturellen Woche in Beckum stattgefunden hat, ist deutlich geworden, wie Menschen aus verschiedenen Kulturen gemeinsam ein Stück Heimat gestalten.

Das „Wir haben es satt!“ Bündnis hatte unter der Aktion Hof mit Zukunft“ aufgerufen, das Umwelt- und Tierschützer*innen und Landwirt*innen aus ganz Deutschland für ein paar Tage miteinander arbeiten und sich über Themen rund um Landwirtschaft austauschen. Auf dem Laakenhof waren 3 Aktivist*innen angereist, haben Freitag und Samstag überwiegend im Gemüsebau mitgearbeitet. Während der Arbeit und Abends in gemütlicher Runde wurden zahlreiche mitgebrachte Fragen erörtert, sogar der WDR Münsterland war vor Ort, und hat Ariane aus Bonn beim Unkraut jäten auf dem Karottenacker begleitet.

Leona verbringt seit August 2024  ihr freiwilliges Ökologisches Jahr auf dem Laakenhof, hat dieses um ein halbes Jahr verlängert, um im März 2026 eine Ausbildung zur Landwirtin zu starten. Wie schön,  das diese Bildungsmaßnahme vom Verein „anders ackern e.V.“ und die umfangreiche Begleitung durch die Laakenhof Mitarbeiter*innen dazu beigetragen hat, Leona diesen Weg in die Landwirtschaft zu eröffnen. Leona war überwiegend im Bereich der Milchviehwirtschaft tätig. „Ich finde es sehr spannend, den Weg von frisch gemolkener Milch bis hin zum fertig gereiftem Käse in so vielen verschiedenen Varianten zu verfolgen. Der Prozess zwischen Tier Versorgung, Stall Pflege und melken bis hin zu fertig gereiftem Käse ist sehr aufwendig und zieht sich über viele Wochen hin. Man schätzt Lebensmittel wie Käse und andere Milchprodukte viel mehr, wenn man so etwas mal selbst macht.” Neben Arbeiten auf dem Laakenhof hat Leona im Permakultur Waldgarten bei anfallenden Aktionen mitgewirkt.

Klimaschutz und Landwirtschaft – wie geht das zusammen

Bei mehreren Veranstaltungen, die zusammen mit dem Klimaschutzmanagement der Stadt Ennigerloh, der VHS Oelde-Ennigerloh und dem Klimabündnis Keis WAF durchgeführt wurden, hat Hilde Schiller bei Führungen über den  Biolandbetrieb Laakenhof einen Einblick in die Zusammenhänge zwischen landwirtschaftlichen Maßnahmen und deren Auswirkungen auf Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit vermittelt. Die Eindrücke wurden weiter in einem Vortrag mit theoretischen Hintergrundinformationen vertieft. Die Agrarbiologin legte dar, dass der Humusaufbau eine zentrale Rolle bei der Speicherung von CO2 spielen kann. Gleichzeitig sind naturbelassene Grünflächen die artenreichsten Biotope in Mitteleuropa, da sich unter diesen Grünflächen der Humus besonders gut aufbaut. Für solche Grünflächen ist das Weidevieh von besonderer Bedeutung. Ohne Wiederkäuer wird aus den Grünflächen lediglich ein Wald, der beim Arten- und Klimaschutz an die Qualität einer Weidefläche nicht heranreicht.

In der Seminarküche, ein Projekt des Vereins „anders ackern e.V.“, fanden in 2025 in Zusammenarbeit mit der VHS Oelde-Ennigerloh einige Koch- und etliche Käsekurse statt, die von Mitarbeiterinnen des Laakenhof durchgeführt wurden.

Im Mai fand im Permakultur Waldgarten wieder ein Jungpflanzenmarkt statt, auf dem die Laakenhof Gemüsegärtner*innen eine breite Palette von Kultur- und Zierpflanzen aus eigener Anzucht angeboten haben. Mitgliedern des Vereins „anders ackern e.V.“ haben diese Veranstaltung mit einer Tauschbörse unterstützt, und Kaffee und Kuchen angeboten.

Silke Seil hat auf dem Jungpflanzenmarkt einen Kurs fürs Nassfilzen für Kinder angeboten, ein weiterer Kurs für Erwachsene folgte im Juni. Die meisten Schäfer können die Wolle Ihrer Schafe nach dem Scheren im Frühjahr leider nicht verwerten, dabei sind nur wenige Materialien so nachhaltig, wie Wolle. Sie lässt sich vielseitig verwenden, auch im Gemüsebau auf dem Laakenhof wird sie in verschiedenen Bereichen verwertet.

Die Naturschutzwiesen auf dem Laakenhof zeichnen sich durch eine besondere Vielfalt an Pflanzen- und Insektenarten aus. Um diese Artenvielfalt zu schonen, wurde in diesem Jahr erneut eine der Wiesen mit der Sense gemäht. Zuvor hat Bioland-Kollege Rudolf Mathweis einer Gruppe von 15 Personen den richtigen Umgang (Dengeln, Schärfen, Mähen) mit der Sense in einem, vom Verein „anders ackern e.V.“ mitorganisiertem Kurs, nähergebracht.

Hoffest einmal anders

Im August öffnete der Laakenhof seine Tore: alle Menschen, die Interesse an unserer Landwirtschaft, an den Menschen und Tieren, an der Arbeits- und Lebensweise haben, waren herzlich eingeladen! Die Informationsvermittlung wurde diesmal in den Vordergrund gerückt. Auf Hofführungen konnte der Gemüseanbau und die Tierhaltung kennengelernt werden, dabei wurde viel über die biologische Landwirtschaft vermittelt. Die Auszubildenden informierten über die freie dynamische Ausbildung. Das Zentrum war im Kuhstall, wo für das leibliche Wohl gesorgt wurde.

Bereits Anfang 2025 wurden an der Bürgerwaldfläche an der Ostenfelder Straße am  Ennigerloher Ortsausgang 5000 Bäume auf einer ehemaligen Ackerfläche gepflanzt. Auch eine kleine Streuobstwiese wurde dort bereits  angelegt. Im November und Dezember fanden an zwei Aktionstagen  weitere Pflanz- und ökologische Gestaltungsarbeiten statt. Die Initiatoren des Projekts sind die Heinz-Reckendrees-Stiftung und das Klimabündnis im Kreis Warendorf, beidem auch Mitglieder des Vereins anders ackern e.V. und Laakenhof Kommunard*innen aktiv mitwirken.

Der „Solarenergie Förderverein Infostelle Ost-Münsterland“ und der Verein „anders ackern e.V.“ haben im Dezember eine Informationsveranstaltung „Herstellung und Austausch zur Verwendung von Pflanzenkohle“ durchgeführt. Zum Erreichen der Klimaschutzziele genügt es bereits jetzt nicht mehr, nur die Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren. Es muss auch CO2 aktiv aus der Atmosphäre entfernt und dauerhaft gespeichert werden. Eine Möglichkeit dies zu tun, bietet die Pflanzenkohle.

Hier eine Auflistung weiterer Aktivitäten:

  • Teilnahme mit dem „anders ackern Team“ an der Aktion STADTRADELN
  • Teilnahme an verschiedenen Demos und Kundgebungen
  • Solar-Party zusammen mit dem „Solarenergie-Förderverein“
  • Mitmachaktionen auf dem Laakenhof
  • Mitarbeit beim Klimanetzwerk Kreis Warendorf

Die Laakies und die Mitglieder vom Initiativkreis des Vereins anders ackern e.V. möchten sich an dieser Stelle für die Unterstützung bei allen, die uns auf vielfältige Weise geholfen haben, bedanken.

Wir wünschen euch Gesundheit und alles Gute für’s neue Jahr.