Elias Gruber, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Kassel, und Domic Baron von der Landwirtschaftskammer NRW untersuchen im Rahmen des Projekts RobustGemüse auf dem Laakenhof, wie sich unterschiedliche organische Mulchmaterialien auf den Stickstoffkreislauf und Pflanzengesundheit im Gemüsebau auswirken.
Im aktuellen Versuch steht Rotkohl im Mittelpunkt. Verglichen werden verschiedene Mulchmaterialien, die direkt auf dem Laakenhof erzeugt werden: Kleegras, Wickroggen und Stroh. Dabei wird untersucht, wie diese betriebseigenen Materialien den Stickstoff im Boden beeinflussen und welche Prozesse zwischen Mulch, Boden und Pflanze ablaufen.
Eine wichtige Rolle spielt dabei das Kleegras, das im ökologischen Landbau eine zentrale Funktion für die Nährstoffversorgung und Bodenfruchtbarkeit hat. Als Mischung aus Gräsern und Klee produziert es große Mengen an pflanzlicher Biomasse. Der Klee kann mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden und so zur Stickstoffversorgung des landwirtschaftlichen Systems beitragen. Wird das Kleegras anschließend als Mulch im Gemüsebau eingesetzt, gelangt diese organische Substanz wieder auf den Boden und kann dort nach und nach umgesetzt werden.
Auch der Wickroggen stammt aus dem betrieblichen Anbau. Als Zwischenfrucht kombiniert er Wicke und Roggen und wird vor allem zur Begrünung und zum Schutz des Bodens zwischen den Hauptkulturen eingesetzt. Die Pflanzen nehmen während ihres Wachstums Nährstoffe auf und bilden zusätzliche organische Substanz. Als Mulchmaterial wird der Wickroggen anschließend auf dem Rotkohlfeld eingesetzt. Dabei stellt sich unter anderem die Frage, wie schnell die darin enthaltenen Nährstoffe wieder für die nachfolgende Kultur verfügbar werden.
Von besonderem Interesse ist deshalb, wann und in welchem Umfang Stickstoff aus den unterschiedlichen Mulchmaterialien freigesetzt oder zunächst im Boden gebunden wird. Für den ökologischen Gemüsebau ist entscheidend, dass Stickstoff möglichst zu dem Zeitpunkt verfügbar ist, an dem die Kultur ihn benötigt. Gleichzeitig soll vermieden werden, dass wertvoller Stickstoff ungenutzt verloren geht und das Grundwasser belastet. Außerdem helfen die Mulchmaterialien, Wasser im Boden zu halten, unterdrücken Unkräuter und fördern das Bodenleben.
Die Untersuchungen finden direkt unter den Bedingungen des landwirtschaftlichen Praxisbetriebs statt. Der Laakenhof dient dabei als Reallabor, in dem wissenschaftliche Fragestellungen nicht nur unter kontrollierten Versuchsbedingungen, sondern mitten im laufenden Gemüsebau untersucht werden. Besonders interessant ist dabei die Nutzung von betriebsintern erzeugten Mulchmaterialien: Kleegras, Wickroggen und Stroh werden nicht von außen zugekauft, sondern entstehen im Rahmen der Bewirtschaftung des Hofes und werden anschließend für den Gemüsebau genutzt.
So soll der Versuch dazu beitragen, besser zu verstehen, wie unterschiedliche organische Mulchmaterialien die Stickstoffdynamik im Boden beeinflussen und wie sich innerbetriebliche Stoffkreisläufe für eine nachhaltige und ressourcenschonende Gemüseproduktion nutzen lassen.





